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Liebe Leserin, lieber Leser,
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Liebe macht taub singt Ina Müller und setzt dabei voraus, dass wir alle wissen, dass Liebe auch blind machen kann. Liebe kann es also möglich machen, nicht wirklich von dieser Welt zu sein, eine rosarote Brille zu tragen, sich in den 7. Himmel oder auch in die sehnsuchtserfüllte Hölle zu katapultieren. Liebe ist ein Zustand, der in keine Maßeinheit passt, weder nach Länge, Kilogramm, Intensität und Form abgefragt werden kann. Gibt es doch die Liebe in Paarbeziehungen, zwischen Kindern und Eltern, zu Freunden und lieben Vertrauten, zu sich selbst und nicht zuletzt die Liebe von Gott zu Mensch und von Mensch zu Gott. Liebe in welcher Form auch immer, ist individuell. Wirkliche Liebe wird nicht im rauschhaften Zustand stehenbleiben, sondern vielmehr Fundamente bilden, auf denen Beziehungen wachsen und gedeihen können. Paulus mahnt im Neuen Testament die Römer, das Gesetz durch die Liebe zu erfüllen. „Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst!“ Es geht für ihn nicht nur darum, den Anderen zu lieben, sondern zunächst erst einmal auch sich selbst! Das ist nämlich die Voraussetzung zur Nächstenliebe. Manch ein Mensch geht mit sich selbst nicht liebevoll um, hat eine verdrehte Selbstwahrnehmung, ist in Bezug auf sich selbst stockblind und taub. Wer aber zu sich selbst in gutem Kontakt steht, dem ist es leichter, auch mit anderen ein liebevolles Leben zu führen. Sokrates sagt es noch eindeutiger: „Tue anderen nicht an, was dich ärgern würde, wenn andere es dir täten“. Denn die Liebe tut sich selbst und dem Nächsten nichts Böses. Vielleicht schaffen es die Kerzen, die jetzt in dieser besonderen Zeit auf das Fest der Liebe hinweisen, dass für uns alle ein Licht aufgeht. So mag es gelingen, den sogenannten Nächsten – der ich ja selbst auch immer für den anderen bin- mit den Augen der Liebe zu sehen und ihm mit feinem Gespür zu zuhören!
Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihre Pastorin Petra Bockentin
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